Reiseberichte


Allgemeines über China

Nachfolgend finden sich einige allgemeine Informationen zum Land, zur Geschichte und zu klimatischen Bedingungen, sowie praktische Tipps für Reisende inklusive dem Visum, welches für die Einreise nach wie vor Pflicht ist.


Geographie

China ist, nach Russland und Kanada, das drittgrößte Land der Welt. Im Norden grenzt das "Reich der Mitte" an die Wüste Gobi und im Westen an das Tibetanische Hochplateau. Etwa die Hälfte des Landes wird dabei von „Han Chinesen“ bewohnt. Der restliche Teil wird von einer großen Zahl unterschiedlicher Minderheiten wie beispielsweise Mongolen, Tibeter und anderen bewohnt. Aufgrund dieser großen Zahl von Minderheiten werden in China viele unterschiedliche Sprachen bzw. Dialekte gesprochen. Die offizielle Landessprache, die auch an den staatlichen Schulen unterrichtet wird, ist „Mandarin“, der Dialekt der im Raum Peking gesprochen wird.

Chinas Hauptstadt Peking liegt im Nordosten des Landes und geographisch zwischen Korea und der Mongolei. Die berühmte Chinesische Mauer ist deshalb auch gut von Peking aus zu erreichen, denn ursprünglich diente diese ja dazu das Land und die Hauptstadt, dem Sitz des früheren Kaisers, vor den regelmäßig ins Land einfallenden Mongolen zu schützen.

Insgesamt ist das Land in 22 Provinzen und 5 autonome Regionen, wie beispielsweise die Innere Mongolei, Guangxi und Tibet, aufgeteilt. 1997 wurde die Provinz Hongkong von Großbritannien und ein Jahr später Macao von Portugal an China zurückgegeben. Seitdem werden beide Städte ebenfalls als autonome Regionen unter dem Motto „Ein Land, zwei Systeme“ als weiterhin eher westlich geprägte Freihandelszonen regiert.

Die Topographie Chinas variiert von sehr bergigen Regionen, mit einigen der höchsten Berge der Welt, bis zu weiten flachen Tiefebenen mit steppenartiger Landschaft. Dabei verläuft das Land im Verlauf von Westen nach Osten wie eine Treppe. Das im Westen gelegene tibetanische Hochplateau liegt ca. 4.500 Meter über dem Meeresspiegel und wird daher nicht zufällig das "Dach der Welt" genannt. Am südlichen Rand des Plateaus liegt das Himalaja Gebirge mit seinen durchschnittlich 6.000 Meter hohen Bergen und dem weltweit höchsten Berg, dem "Mount Everest", der von der Chinesen "Qomolangma Feng" genannte wird. Weiter östlich fällt das Land abrupt auf eine Höhe zwischen 1.000 und 2.000 Meter über dem Meeresspiegel ab. In diesem Teil Chinas verläuft der "Yangze" - der größte Fluss Chinas und gleichzeitig Hauptschlagader für den Transport von Gütern aus dem dicht besiedelten Osten des Landes in den eher ländlichen Westen.

Die weiten Ebenen im Osten sind die Heimat der Han Chinesen und gleichzeitig der wichtigste landwirtschaftlich nutzbare und am Dichtesten besiedelte Teil Chinas. Man sollte sich stets vor Augen halten, dass über zwei Drittel der Fläche Chinas aus Bergen, Wüsten oder anderen nicht kultivierbaren Landschaftsformen besteht. Schließt man diese riesigen Flächen aus, so können nur ca. 20% des Landes genutzt werden, um mehr als 1.2 Mrd. Menschen mit Nahrung zu versorgen!

Geschichte

Obwohl die Chinesen eine nahezu 5000 jährige Geschichte für sich beanspruchen, datiert die erste dokumentierte Dynastie auf die Zeit um das Jahr 2200 vor Christus. Die Xia Dynastie hielt ca. 500 Jahre bis ungefähr 1700 vor Christus. Dieser folgten weitere Dynastien bis die Qing Dynastie zwischen 1644 und 1911 heutiger Zeitrechnung das vorläufige Ende kaiserlicher Dynastien in China markiert.

Am 10. Oktober 1911 wurde die Chinesische Republik ausgerufen und dauerte exakt bis zum 1. Oktober 1949. An diesem Tag proklamierte Mao Zedong die Volksrepublik China, welche bis heute offiziell besteht - wenn gleich sich das Land unter dem Einfluss der westlichen Wirtschaft heute mehr und mehr der Welt öffnet.

Das Klima

Nord China

Die Winter im Norden fallen üblicherweise in die Monate Dezember bis März und können allgemein sehr kalt werden. Im Großraum von Peking übersteigen die Temperaturen in diesen Zeiten selten die 0°C Grenze. Trotzdem ist es im Winter meist recht trocken und sonnig. Zwischen May und August steigen die Temperaturen in Peking dann manchmal auf 38°C und höher. Juli und August sind darüber hinaus die Monate mit dem größten Niederschlag und der höchsten Luftfeuchtigkeit. Aus diesem Grund sind Frühling und Herbst die günstigsten Zeitpunkte für einen Besuch.

Süd China

In der Gegend um Guangzhou und Hongkong dauert die feucht-warme Periode in etwa von April bis September. In dieser Zeit können die Temperaturen ebenfalls schnell die 38°C Marke übersteigen.

Zentral-Cina

Zentral China umfasst das Yangzi Flusstal und die Gegend um Shanghai. Die Sommer dauern hier meist sehr lang und gehen mit großer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit einher. Die Winter sind dagegen deutlich kürzer als im Raum Peking, jedoch nicht minder kalt.

Tibet

Aufgrund der außerordentlichen geographischen Höhenlage, können die Temperaturen zwischen unter 0°C und über 38°C innerhalb eines Tages schwanken. Selbst bei höheren Temperaturen ist es im Schatten generell meist recht kalt und im Winter wehen oft starke und sehr kalte Winde über das Tibetanische Hochplateau. Dennoch schneit es aufgrund der großen Höhe nicht so oft wie man vielleicht vermuten würde.

Reisen in China

Grundsätzlich ist das Reisen in China, im Vergleich zu Europa oder anderen westlichen Reiseländern, um einiges stressiger und anstrengender. Dies insbesondere, wenn man nicht an organisierten Touren teilnimmt, sondern das Land auf eigene Faust erkunden möchte. Zum einen sind da die chinesische Schrift und Sprache, die westlichen Besuchern eine Kommunikation mit Einheimischen meist erheblich erschwert. Besucher bekommen daher während Ihrer Reise einen ungefähren Eindruck wie man sich als Analphabet grundsätzlich fühlen muss. Auch in Großstädten wie Shanghai ist es für den Besucher meist unmöglich einem Taxifahrer zu erklären wohin man will, wenn man nicht den Zielort, oder die Strasse in chinesischen Schriftzeichen zur Hand hat. Selbst eine Straßenkarte mit englischen Straßenbezeichnungen hilft meist nicht weiter, da das Gro der chinesischen Taxifahrer offensichtlich nicht über „kartographische Vorstellungskräfte“ verfügt.

Es kann daher allen Reisenden nur ans Herz gelegt werden stets einen Reiseführer oder eine Karte griffbereit mit sich zu führen, auf denen Hotels und Straßen in englischer und chinesischer Sprache eingezeichnet sind. Für den Fall der Fälle sollte man möglichst auch eine Visitenkarte des Hotels in dem man wohnt mit sich führen. Als Reiseführer kann der Lonley Planet empfohlen werden. Dennoch, auch mit o.g. Karten und Reiseführern bewaffnet wird sich der eine oder andere oftmals vor einem Straßenschild wieder finden, wo er oder sie dann versucht die Zeichen auf dem Schild mit denen im Reiseführer zu vergleichen. Es kann deshalb manchmal etwas länger dauern bis man sich in China zurechtfindet ... ;-)

Für alle, denen Inlandsflüge zu teuer sind, bleibt als Alternative für längere Reisen letztlich nur die Bahn als Reisemittel übrig, sofern man nicht in doppelstöckigen Liegebussen 20 Stunden und mehr, fern ab jeglicher Zivilisation, verbringen möchte - ohne auch nur einen einzigen englisch sprechenden Menschen in der Nähe. Aufgrund der großen Entfernungen sollte man sich mit der Bahn auf Reisezeiten beispielsweise von Peking nach Shanghai von ca. 15 Stunden einstellen. Nach Hongkong dauert es etwa doppelt so lange. Dabei entsprechen die Langstreckenzüge weitestgehend westlichem Standard. Bei kürzeren Entfernungen bis 2-3 Stunden Fahrt sollte man auf hoffnungslos überfüllte Züge vorbereitet sein in denen man meist während der Fahrt stehen muss.

Auch so profane Dinge wie beispielsweise ein Zugticket zu kaufen, können in China schwierig werden. Es ist üblicherweise in China nicht möglich Tickets schon Monate im Voraus zu buchen. Man ist deshalb gezwungen im örtlichen Bahnhof eines zu kaufen, was auch in größeren Städten kein Problem darstellen sollte. Auch kann man meist nur ein Ticket für eine Fahrtrichtung kaufen. Das Ticket für die Rückreise muss man sich dann sofort bei Ankunft am Zielort kaufen, was in eher ländlicheren Gegenden evtl. schwierig werden kann. Als ich mit Freunden nach Suzhou reiste (Suzhou ist eine größere Stadt) weigerte sich die ältere Dame am Ticketschalter uns ein Rückfahrtticket zu verkaufen. Da wir nicht in der Lage waren den Grund zu erfahren und eine ca. 10 Meter lange Schlang am Schalter stand, blockierten wir diesen solange, bis sie uns schließlich doch welche verkaufte. Diese und andere Abenteuer können manchmal recht nervig sein.

Auf der anderen Seite sind die Menschen in China meist sehr freundlich zu Ausländern und - vom Problem der Sprache einmal abgesehen - ist es recht einfach mit diesen in Kontakt zu kommen. Als Ausländer kann man sich in China grundsätzlich frei bewegen und braucht nicht zu fürchten an der nächsten Straßenecke ausgeraubt zu werden. Oft wird man von meist jüngeren Chinesen angesprochen mit der Frage, ob man Lust hat mit Ihnen Englisch zu sprechen, damit diese ein wenig üben können. Meist bekommt man dann die immer gleichen Fragen zu hören wie z.B. "How old are you?", "What is your name?", "What is your profession?", "How much money do you make?“ etc.

Im Kapitel „Culture“ nennt der Lonley Planet Reiseführer deshalb China auch ein „…real culture-shock territory…“ was m.E. vollkommen richtig ist - ohne jedoch negativ gemeint zu sein! In China sind viele Dinge anders als im Westen. Nicht besser, nicht schlechter, nur anders eben. Als Besucher sollte man versuchen neben seinen Gewohnheiten auch sämtliche westlich-christlichen Werte hinter sich zu lassen, was natürlich nie ganz gelingt. Man sollte stets im Hinterkopf behalten, dass 1,2 Mrd. Menschen in dieser Kultur leben - das sind mehr als Europa, Nordamerika, Südamerika und Australien zusammen! Viele westliche Besucher stört beispielsweise das Verhältnis vieler Chinesen zu Tieren. So werden auf Märkten beispielsweise wenige Tage alte Küken als Spielzeuge an kleine Kinder verkauft. Diese können mit ihren noch unkoordinierten Händen meist nicht angemessen mit diesen Tieren umgehen, was dann wiederum einen recht schnellen Tod zur Folge hat. Wer sich hier als westlicher Moralist geriert sollte bedenken, dass unsere westliche Einstellung - auch die zu Tieren – letztlich unserer christlichen Kultur (Nächstenliebe) entstammt. Ebenfalls für manch einen Lacher auf chinesischer Seite sorgt die vom Westen hervorgebrachte Evolutionstheorie, nach der der Mensch ja bekanntlich vom Affen abstammt. Da Asiaten üblicherweise weitaus weniger Körperbehaarung aufweisen stellt sich dem geneigten Chinesen deshalb die Frage wer von beiden sich wohl näher am Affen befindet…;-)

Man sollte daher zumindest versuchen alles Ungewohnte und befremdliche zunächst einmal sacken zu lassen, darüber nachdenken und sich dann ein Urteil bilden.

Visum

Für Reisen nach China ist ein Touristenvisum zwingend notwendig. Ausnahme ist eine Reise nach Hongkong wo man nach wie vor ohne Visum einreisen kann. Möchte man von Hongkong aus nach China einreisen, so benötigt man wieder ein Visum, welches man sich jedoch auch vor Ort ausstellen lassen kann.

Grundsätzlich bekommt man sein Visum entweder direkt bei der Chinesischen Botschaft bzw. in einem chinesischen Konsulat, oder man beauftrag einen speziellen Dienstleister, der einem den notwendigen Papierkram abnimmt. Ein solcher Dienstleister ist zu Beispiel der Dokumentenservice Frankfurt - es gibt jedoch auch noch andere. Ein Touristenvisum gilt üblicherweise 30 Tage. Sollten Sie einen längeren Aufenthalt planen, oder Sie beabsichtigen in China zu arbeiten, so wird es weitaus schwieriger sein ein entsprechendes Visum zu bekommen. Für Visa mit Arbeitsgenehmigung wird man in der Regel eine offizielle Einladung des chinesischen Arbeitgebers sowie der entsprechenden Stadtregierung benötigen. Für längere Urlaubsvisa bietet sich auch eine Einreise über Hongkong an, da es dort auch Visa mit 60 bzw. 90 Tagen Gültigkeit gibt. Auch gibt es dort so genannte „Multiple-Entry“ Visa. Diese erlauben es nach China ein- und auszureisen, ohne jedes Mal ein neues Visum beantragen zu müssen.


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